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Umweltschutzprojekt

Landschaftspflege und andere Praxisprojekte an der Ludwig-Haap-Schule

Grundidee

Praxisprojekte sind ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts in der Förderklasse und Oberstufe der Ludwig-Haap-Schule geworden.

Unsere Schule befindet sich in Loßburg, in der Nähe von Freudenstadt und damit in einer sehr ländlichen Gegend, die von großen zusammenhängenden Wäldern gekennzeichnet ist, eben dem Nordschwarzwald.. Als Schule für Schüler mit einem speziellen pädagogischen Betreuungsbedarf ist sie an möglichst ganzheitlichen, ergebnisorientierten Lernfeldern interessiert.

Das gemeinsame Arbeiten in kleinen Gruppen entspricht am ehesten den tatsächlichen Produktions- und Arbeitsbedingungen später im Beruf. Daher wird vor allem in der Förderklasse und den Klassen 7 bis 9 viel Wert auf praxisnahe Lern- und Erfahrungsfelder gelegt. Diese können sowohl drinnen wie draußen, sowohl praktischer wie theoretischer Natur sein. Wesentlichstes Merkmal dabei ist die Aufbrechung der Stundentafel. Im Sinne der Projektarbeit wird ein ganzer Tag oder sogar mehrere Tage an einem Thema gearbeitet, Wobei versucht wird weitestmöglichst den Unterricht an den Praxisprojekten zu orientieren. Dabei können sich aber auch soziale oder inhaltliche Lernfelder projektorientiert bearbeitet werden.

Die verschiedensten Tätigkeitsfelder bieten sich da an, was natürlich in erster Linie mit den Fähigkeiten und auch Kontakten der Lehrkräften zusammenhängt. Denn ihnen kommt als Vorbilder und „Mitarbeiter“ eine wesentliche Rolle zu, beispielsweise auch bei einem jungenarbeits-spezifischen Ansatz, der sich an praktischen Arbeitsfeldern orientiert.

Umweltschutz und Arbeiten im Freien spielen wie gesagt eine große Rolle, aber auch Bewirtungen oder Sonderprojekte, wie z.B. die Herrichtung eines Bauwagens für alle möglichen Zwecke.

Was wir in den letzten Jahren alles so „erarbeitet haben“

Landschaftspflege: Im benachbarten Ort Betzweiler-Wälde, Wohnort zweier KollegInnen, die im Umweltschutz aktiv sind, gibt es ein Naturschutzgebiet. Von der Bezirksstelle für Umweltschutz wurde für dieses Schutzgebiet ein dicker Pflegeplan entwickelt, der jährliche Pflegebereiche vorsieht. Die Ortsgruppe Oberes Kinzigtal des BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland) hat zusammen mit der Ludwig-Haap-Schule einen Teil der Pflege dieser Flächen übernommen. Dafür wird eine Aufwandsentschädigung und ein geringer Stundensatz bezahlt. Das Geld kommt in die Klassenkasse der beteilgten Klassen.

Die Wiesen werden im Herbst gemäht und das Mähgut muss von Hand zusammengerecht und rausgetragen werden, da es sich um Feuchtwiesen handelt, die nicht befahren werden dürfen. Mitunter ist das recht schwere Arbeit, die aber schon seit Jahren von der LHS-Loßburg durchgeführt wird. Sinn und Zweck dieser Maßnahme werden dann natürlich auch in Biologie oder MNT besprochen.

Apfelernte: Ebenfalls vor einigen Jahren wurde die Pflege einiger Streuobstwiesen übernommen, die zu verwildern drohten. Steuobstwiesen mit hochstämmigen Obstbäumen gehören zu den markantesten Merkmalen unserer Landschaft, fallen in den letzten Jahrzehnten aber immer mehr dem Flächenfraß zum Opfer bzw. es finden sich oft keine Nachfolger für die Pflege mehr. Die Bäume müssen also geschnitten, bzw. ersetzt, die Äpfel im Herbst aufgesammelt und zu einer Moste gebracht werden. Dort können die Schüler dann auch gleich den Weg von der Frucht zum Apfelsaft erfahren.

Bei entsprechender Pflege der Bestände könnte die Schule auch an der lokalen Streuobstinitiative teilnehmen, in der Apfelsaft aus ökologisch betreuten Flächen zu einem höheren Preis vermarktet wird.

Gleich ob ökologisch oder konventionell wird der Apfelsaft als Flaschendeputat verkauft. Das Geld kommt den Klassen und anderen Projekten der Schule zugute. Natürlich wird auch in der Klasse als Unterrichtsprojekt Apfelsaft für den "Schulgebrauch" von Hand gepresst.

Holzmachen: Wenn es die Gelegenheit ergeben hat, d.h. wenn in der Nähe der Schule ein günstiger oder kostenloser Holzschlag angeboten wurde – oft müssen die Wipfel und die Anschnitte eines gefällten Schlages aufgeräumt werden – haben wir auch schon Brennholz gemacht. Das Holz wird von den Lehrern kleingeschnitten, von den Schülern rausgetragen und dann mit einem Holzspalter, der von einem Schlepper angetrieben wird, gespalten. Abnehmer gibt es immer. Dabei ist es natürlich von Vorteil, dass Lehrer der Ludwig-Haap-Schule auch privat inzwischen zu Holzwürmern mutiert sind und einen guten Teil ihres Heizbedarfs aus dem Wald beziehen. Das bietet sich im Schwarzwald an und es ist pädagogisch sinnvoll, auch nebenberufliche Arbeitsfelder aufzuzeigen. Die Arbeit mit dem Holzspalter, der natürlich vom Lehrer bedient wird, die Jungs reichen zu und stapeln auf, veranlasste einen 13jährigen zu der Bemerkung: „Das ist das geilste, was ich jemals gemacht hab.“ Auf jeden Fall sind alle anschließend kaputt, aber zufrieden, einschließlich der Lehrer.

Loßburg
Ludwig-Haap-Schule
Masselstraße 2
72290 Loßburg
Telefon 07446 184-20 
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Schulleitung:
Jochim Lutz